Was wir Gästen immer als Erstes sagen
Wenn Sie bei uns ankommen, sagen wir fast immer dieselben fünf Dinge. Es sind genau die, die in keinem Reiseführer stehen.
- Trinken Sie das Leitungswasser. Kaštela, Split, Solin und Trogir werden aus der Jadro-Quelle versorgt. Die Qualität ist gut. Sie brauchen keine Kisten Mineralwasser zu schleppen.
- Zwischen 13 und 17 Uhr passiert wenig. Kleine Läden schließen, die Riva liegt leer in der Sonne. Legen Sie Besichtigungen auf den Vormittag oder auf den Abend ab 18 Uhr.
- Bezahlt wird in Euro, seit dem 1. Januar 2023. Karte geht fast überall; Bargeld brauchen Sie auf dem Markt, an Obstständen und in manchen kleinen Konobas.
- Die Notrufnummer ist 112 – für alles: Rettung, Feuerwehr, Polizei, Seenot. Auf Englisch wird Ihnen dort geholfen, oft auch auf Deutsch.
- Fahren Sie am ersten Abend nicht nach Split. Gehen Sie stattdessen die Uferpromenade in Kaštel Stari entlang bis zum Kastell. Danach verstehen Sie, warum Sie hier wohnen und nicht in der Stadt.
Sieben Dörfer, sieben Kastelle
Kaštela ist keine Stadt im gewöhnlichen Sinn, sondern eine Kette von sieben Orten entlang der Bucht: Kaštel Sućurac, Gomilica, Kambelovac, Lukšić, Stari, Novi und Štafilić. Ab dem Ende des 14. Jahrhunderts ließen Adelsfamilien aus Trogir und Split hier sechzehn befestigte Landsitze bauen; um sieben davon wuchsen Dörfer. Daher der Spruch: sieben Dörfer wie sieben Schwäne.
Kaštel Stari
Der Trogirer Humanist und Schriftsteller Koriolan Cipiko ließ sein Kastell 1476 errichten – halb Festung, halb Palast, ursprünglich nur über eine Zugbrücke erreichbar. Nach einem Brand 1493 kam der Renaissance-Arkadenhof dazu. Die Gassen ringsum folgen bis heute dem rechtwinkligen Raster der ersten Siedler.
Kaštel Lukšić
Das Kastell Vitturi, 1564 von den Brüdern Nikola und Jerolim Vitturi fertiggestellt, ist heute Kulturzentrum und beherbergt das Stadtmuseum. Die Zugbrücke wurde im 18. Jahrhundert durch eine Steinbrücke ersetzt. Hier spielt die Geschichte von Miljenko Rušinić und Dobrila Vitturi aus verfeindeten Familien – das dalmatinische Romeo-und-Julia-Motiv. Ihr Grab in der Johanneskirche trägt die Inschrift „Ruht in Frieden, ihr Liebenden“. Anfang August wird die Legende im Ort als Freilichtstück aufgeführt.
Kaštel Gomilica
Der Kaštilac steht auf einer kleinen Insel etwa vierzig Meter vor der Küste, mit einer Steinbrücke verbunden. Benediktinerinnen vollendeten ihn 1545 als Schutz vor den Osmanen; die Klosterwurzeln reichen bis 1078 zurück. Wer „Game of Thrones“ kennt, erkennt Braavos wieder. Gehen Sie früh morgens hin, dann sind Sie allein.
Kaštel Štafilić
In Kaštel Štafilić steht ein Olivenbaum, der auf rund 1.500 Jahre geschätzt wird – möglicherweise ein Überbleibsel römischer Landgüter. Er trägt noch Früchte. Die Olivenkultur ist hier kein Deko-Thema: Wer im November da ist, sieht überall Netze unter den Bäumen liegen.
Der Kozjak – der Berg im Rücken
Der Kozjak zieht sich über rund 16 Kilometer von Klis im Osten bis zum Sattel Malačka im Westen und ist mit etwa 80 Kilometern markierter Wege durchzogen. Kein Hochgebirge – aber er hat die längste Felswand Kroatiens, 50 bis 250 Meter hoch.
- Sveti Ivan Biranj (631 m): höchster Gipfel des westlichen Kozjak, mit Kapelle. Vom Sattel Malačka etwa 1 Stunde 15 Minuten, von Kaštel Stari zu Fuß deutlich länger.
- Malačka (480 m): ein markierter Weg führt direkt von Kaštel Stari hinauf. Von oben sehen Sie die ganze Bucht, Split mit dem Marjan, Trogir und die vorgelagerten Inseln.
Gehen Sie im Sommer vor sieben Uhr los und nehmen Sie mehr Wasser mit, als Sie für nötig halten – auf halber Höhe gibt es kaum Schatten. Im Frühjahr und Herbst ist der Kozjak das Beste an der Region.
Wein: Der Zinfandel kommt von hier
Eine der schönsten Geschichten der Gegend ist eine wissenschaftliche. Jahrzehntelang rätselte man über die Herkunft des kalifornischen Zinfandel. 2001 brachte eine DNA-Analyse unter Leitung von Carole Meredith an der University of California, Davis die Auflösung: Der Zinfandel ist identisch mit dem Crljenak kaštelanski – und ebenso mit dem apulischen Primitivo. Die entscheidende Rebe stand im Weinberg von Ivica Radunić in Kaštel Novi, wenige Kilometer von hier.
Die Sorte war fast verschwunden, heute wird sie wieder angebaut. Fragen Sie in den kleinen Weingütern der Umgebung nach Crljenak – und planen Sie den Nachmittag nicht zu voll. Man lässt Sie selten gehen, bevor Sie nicht auch das Öl probiert haben.
Märkte: Pazar, Ribarnica und der Stand um die Ecke
Der Pazar, Splits grüner Markt, liegt direkt an der Ostmauer des Diokletianpalasts. Kommen Sie zwischen sieben und zehn Uhr – danach ist das Beste weg und die Hitze steht zwischen den Ständen.
Ein paar Schritte weiter, an der Westseite, steht die Ribarnica, der Fischmarkt: ein Jugendstilbau von vor über 120 Jahren. Ihnen wird auffallen, dass es dort keine Fliegen gibt – das liegt am Schwefel der benachbarten Quelle. Kaufen Sie, was gerade viel da ist – Sardellen, Sardinen, Makrelen. Günstiger und besser als jedes teure Filet.
In Kaštel Stari gibt es einen kleinen Obst- und Gemüsemarkt, in Trogir einen am Rand der Altstadt samt Fischhalle. Dazu die Stände am Straßenrand: Feigen, Melonen, Tomaten, Wein in Plastikflaschen. Bargeld, kleine Scheine.
Einkaufen, Pfand, Müll
Supermärkte und der Sonntag
Konzum und Tommy sind die verbreiteten Ketten, Lidl finden Sie ebenfalls in der Nähe. Seit Juli 2023 dürfen Geschäfte in Kroatien nur an 16 Sonntagen im Jahr öffnen – welche das sind, entscheidet jeder Händler selbst, und an der Küste legen die meisten sie in die Sommermonate. Verlassen Sie sich trotzdem nicht darauf: Kaufen Sie samstags ein. Ausgenommen von der Regel sind unter anderem Tankstellen, Kioske sowie Läden in Häfen, Marinas, auf Campingplätzen und an Flughäfen.
Dasselbe gilt für Feiertage. Im Sommer betreffen Sie vor allem der 5. August (Tag des Sieges) und der 15. August (Mariä Himmelfahrt, Velika Gospa). Letzterer ist in Dalmatien ein großer Tag: viele Familien fahren zu Wallfahrtsorten, Restaurants sind voll.
Pfand und Müll
Auf die meisten Getränkeverpackungen ab 0,2 Litern – PET, Glas, Dosen – wird ein Pfand erhoben, seit Anfang 2025 zehn Cent pro Stück. Zurückgeben können Sie an den Automaten in größeren Supermärkten; Sie erhalten einen Bon für die Kasse. Sammeln Sie alles in einer Tasche und geben Sie es beim letzten Einkauf ab.
Getrennt wird nach Papier, Kunststoff, Glas und Restmüll; die Container stehen meist gesammelt an der Straße. Die Abholtage unterscheiden sich je nach Ort – wir sagen Ihnen vor Ort, welche Tonne wann herausmuss.
Auto, Parken, Boot
In Split ist Parken in Zonen eingeteilt und lässt sich per SMS bezahlen: Sie schicken Ihr Kennzeichen ohne Leerzeichen an die Nummer der jeweiligen Zone – 708211 (rot), 708212 (blau), 708213 (grün), 708214 (gelb). Mit deutscher oder österreichischer SIM-Karte wählen Sie die Nummer mit Landesvorwahl (+385). Kurz vor Ablauf kommt eine Erinnerung. Praktischer ist meist: Auto stehen lassen. Vom Bahnhof Kaštel Stari fahren Züge nach Split, und im Sommer verkehren Passagierboote in der Bucht – saisonal zwischen Kaštela und Split sowie auf der Linie Trogir–Slatine–Split. Nach einem Abend in der Altstadt ist die Rückfahrt übers Wasser die angenehmere Variante; Fahrpläne ändern sich jährlich, fragen Sie uns kurz vorher. Wassertaxis buchen Sie in Trogir und Split spontan am Steg – Preis vor dem Einsteigen fixieren, nicht danach.
Gesundheit, Kurtaxe, Klimaanlage
Apotheken heißen ljekarna. In den größeren Kaštela-Orten und in Trogir gibt es welche, in Split auch mit Nachtdienst. Viele vertraute Mittel gibt es unter anderem Namen; das Personal spricht in der Regel Englisch.
Die Kurtaxe wird pro Person und Nacht berechnet. In der Gespanschaft Split-Dalmatien liegt sie in der Hochsaison bei etwa 1,60 bis 2,00 Euro, außerhalb der Saison je nach Ort bei rund 1,00 bis 1,50 Euro. Kinder unter 12 Jahren sind befreit, 12- bis 18-Jährige zahlen den halben Satz. Sie wird üblicherweise vor Ort abgerechnet.
Zur Klimaanlage: Halten Sie tagsüber Läden und Fenster geschlossen, lüften Sie erst nach Sonnenuntergang. Ein Gerät auf 24 bis 26 Grad kühlt zuverlässiger als eines auf 18 Grad bei offener Terrassentür. Ob Strom pauschal oder nach Verbrauch abgerechnet wird, steht in Ihrer Buchungsbestätigung.
Mücken gibt es, vor allem die tagaktive Tigermücke. Sie brauchen kein Netz, aber ein Steckergerät fürs Schlafzimmer und den Reflex, Untersetzer und Eimer nicht mit Wasser stehen zu lassen.
Pomalo – die wichtigste Vokabel
Pomalo heißt wörtlich „nach und nach“, in Dalmatien bedeutet es: nur keine Hektik. Es ist Gruß, Antwort und Lebenshaltung zugleich. Wenn Ihnen jemand sagt, er komme „pomalo“, dann kommt er – nur nicht in der nächsten Viertelstunde. Wer das als Unzuverlässigkeit liest, hat zwei Wochen lang schlechte Laune. Wer sich darauf einlässt, verlängert seinen Urlaub gefühlt um die Hälfte.
Dazu gehört: Man grüßt beim Betreten eines Ladens (dobar dan). Der Kaffee am Vormittag dauert eine Stunde, nicht fünf Minuten. Und niemand isst um 18 Uhr zu Abend.
Wo der Tag am schönsten endet
Die Bucht von Kaštela öffnet sich nach Südwesten, die Sonne geht hinter Čiovo unter. Drei Orte: die Uferpromenade in Kaštel Stari, wo abends die halbe Nachbarschaft spazieren geht; der Sattel Malačka, wenn Sie den Aufstieg auf den späten Nachmittag legen; und die Brücke zum Kaštilac in Gomilica, wo das Licht die Mauern orange färbt.
Mehr praktische Hinweise zur Anreise, zu Transfers und zum Alltag vor Ort finden Sie in unserem Kroatien-Guide für Gäste. Wenn Sie noch auf der Suche nach dem passenden Haus sind, sehen Sie sich unsere Villen in Kaštel Stari an. Und wer wissen möchte, wer hier eigentlich schreibt: über uns.